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Infektionsscreening

Infektionsscreening in der Schwangerschaft

Während viele Infektionen für den gesunden Erwachsenen ungefährlich sind und folgenlos ausheilen, kann bei schwangeren Frauen insbesondere das ungeborene Kind gefährdet sein. Durch spezielle Labordiagnostik kann festgestellt werden, ob Sie eine akute oder länger zurückliegende Infektionskrankheit haben.

Masern

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Masern ist eine hoch ansteckende, akute Virusinfektion. Sie geht mit einer Erkrankung der oberen Luftwege und typischen Hautveränderungen einher. Masern gehören zu den Krankheiten, die am leichtesten übertragbar sind - ähnlich wie Windpocken.

Masern ist keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine schwere Erkrankung, die zu Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündung führen kann. Erwachsene erkranken meist schwerer als Kinder und es kommt häufiger zu Komplikationen. Vor der Einführung der Schutzimpfung kam es alle zwei bis drei Jahre zu Masernepidemien. Viele Kinder hatten im Lauf ihres Lebens bereits eine Maserninfektion welche zu einer lebenslangen Immunität führt.

Röteln

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Röteln werden wie Masern und Windpocken von Viren verursacht. Auch bei einer Rötelninfektion eintsteht ein rötlich-fleckiger Ausschlag am ganzen Körper. Im Anfangsstadium ist er leicht mit Masern oder Scharlach zu verwechseln. Insbesondere im Frühjahr treten immer wieder kleinere oder größere Epidemien auf, jedoch sind Röteln nicht so ansteckend wie Masern oder Windpocken.

Die Röteln treten vor allem in der Kindheit auf. Im Alter von 20 bis 25 Jahren haben etwa zehn bis 20 Prozent noch keine Antikörper gegen das Röteln-Virus entwickelt. In vielen Fällen verursacht die Infektion nur eine stark abgeschwächte Form der Röteln, so dass die Diagnose überhaupt nicht gestellt wird. Trotzdem entwickelt sich eine lebenslange Immunität. Da die meisten Kinder heutzutage gegen Röteln geimpft werden, sind sie relativ selten geworden.

Ringelröteln (Parvovirus)

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Ringelröteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Eine häufige Kinderkrankheit (nicht mit Röteln zu verwechseln!) mit Schädigungsgefahr für das ungeborene Kind. Der typische girlandenförmige Hautausschlag tritt nicht immer auf. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zur Anämie beim Kind führen. Eine Bluttransfusion über die Nabelschnur kann notwendig sein. Gerade wenn Kindergartenkinder in der Familie schon vorhanden sind, ist es zu Beginn der Schwangerschaft sinnvoll, den eigenen Immunitätsstatus zu kennen.

Toxoplasmose

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Die Toxoplasmose ist eine durch Parasiten übertragene Infektionskrankheit, die im Allgemeinen ohne Krankheitszeichen verläuft. Eine durchgemachte Infektion bietet lebenslangen Schutz. 50 % der schwangeren Frauen in Deutschland haben keinen Schutz.

Die Erreger (tierische Einzeller - ähnlich den Amöben) werden durch Katzenkot oder durch Verzehr von ungenügend erhitztem (rohem) Fleisch oder sonstigen verunreinigten Lebensmitteln übertragen. Die Erkennung einer Neuinfektion ist in der Schwangerschaft von besonderer Bedeutung. Eine Fehlgeburt, eine Totgeburt oder eine Schädigung des Gehirns können die Folgen einer kindlichen Infektion sein. Durch eine gezielte antibiotische Behandlung in der Schwangerschaft können nahezu alle schweren Folgezustände der Erstinfektion verhindert werden.

Windpocken (Varizellen)

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Windpocken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und sind hochansteckend. Meist wird die Erkrankung mit dem bläschenbildenden, sehr juckenden Hautausschlag im Kindesalter durchgemacht. Windpocken während der Schwangerschaft können sehr gefährlich für das ungeborene Kind werden. Daher muss bei Kontakt mit an Windpocken Erkrankten möglichst umgehend die Immunitätslage bestimmt werden.

Zytomegalie

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Zytomegalie wird durch Speichel oder Urin übertragen. Die Erkrankung verläuft oft symptomarm mit unspezifischen Beschwerden. Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel kann eine Infektion zu Missbildungen beim Kind oder zur Fehl-/Totgeburt führen. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es Hinweise auf eine erfolgreiche Therapie in der Schwangerschaft.

HIV

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Das Risiko der Infektion eines Kindes durch eine HIV-infizierte Mutter während der Schwangerschaft, also in der Gebärmutter, wird auf 7% geschätzt. Kurz vor oder während der Geburt wird das Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 18% angesteckt. Doch auch beim Stillen erfolgt eine Übertragung des HI-Virus in etwa 15% der Fälle.

Da in der Muttermilch HIV-positiver Frauen das HI-Virus nachweisbar ist und der Anteil der viralen Übertragung auf den Säugling mit 7 bis 22% beziffert wird, sollten diese Frauen nicht Stillen!

Eine regelmäßige und engmaschige Schwangerschaftsvorsorge ist bei HIV-infizierten Frauen unerlässlich.

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Impfstatus

Vor oder zu Beginn der Schwangerschaft sollten Sie Ihren eigenen Immunitätsstatus kennen. Falls noch kein Immunschutz besteht, impfen wir Sie vor Eintritt der Schwangerschaft.

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